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Winterfotografie in Island & Norwegen: Tipps, Einstellungen & Locations

 
Einer der bekanntesten Fotospots in Norwegen: Hamnøy auf den Lofoten

 

Winterfotografie im hohen Norden - besonders in Island und Norwegen - bietet einzigartige Bedingungen: extreme Kälte, dramatisches Licht und Landschaften, die es so nur auf den Lofoten oder in Island gibt. Genau diese Kombination macht diese Region für mich, Arnold Schaffer - Profifotograf und Fotoreiseleiter aus Österreich - zu den spannendsten Orten zum Fotografieren.

Doch so beeindruckend diese Kulissen sind, so anspruchsvoll sind auch die Bedingungen vor Ort. Eine Fotoreise in den Norden erfordert daher eine sorgfältige Vorbereitung und die richtige Ausrüstung. Besonders wichtig sind dabei warme, funktionale Fotohandschuhe, mit denen sich die Kamera auch bei eisigen Temperaturen präzise und zuverlässig bedienen lässt.

Da ich in meiner Heimat im Osten von Österreich nur selten auf wirklich spektakuläre Winterlandschaften treffe, zieht es mich in den Wintermonaten immer wieder in den hohen Norden – nach Island und auf die Lofoten, zwei der besten Regionen für Winterfotografie in Europa. Beide Regionen sind nicht nur gut erreichbar, sondern bieten eine unglaubliche Vielfalt an Motiven: von rauen Küsten über gefrorene Seen bis hin zu dramatischen Berglandschaften und Polarlichtern.

Meine Erfahrungen gebe ich auch im Rahmen von Fotoreisen weiter, bei denen ich den Teilnehmenden die besten Locations und Bedingungen vor Ort zeige – zum Beispiel bei meiner Island Fotoreise.

Eis, Schnee und eisige Temperaturen schaffen einzigartige Fotomotive in der Gletscherlagune Jökulsárlón, Island

Island im Winter fotografieren: Locations, Licht und Motive

Die Motivvielfalt in Island ist beeindruckend und bietet ideale Bedingungen für die Winterfotografie. Von rauen Küstenlandschaften über Gletscher und Eishöhlen bis hin zu gefrorenen Wasserfällen und schneebedeckten Bergen eröffnen sich unzählige fotografische Möglichkeiten. Besonders faszinierend ist die Kombination aus Eis, Licht und Bewegung – etwa an den schwarzen Stränden mit angespülten Eisbrocken.

Eis, Feuer und Wasser – Islands raue Winterlandschaften zeigen ihre ganze Dramatik

Island zählt zudem zu den besten Orten weltweit, um Polarlichter zu fotografieren. Mit etwas Glück und den richtigen Bedingungen entstehen hier Aufnahmen, die man so kaum irgendwo anders festhalten kann.

Grüne Polarlichter leuchten über einem gefrorenen Wasserfall in Island und spiegeln sich im eisigen Fluss.
Magische Polarlichter tanzen in grünen und violetten Schleiern über einem gefrorenen Wasserfall in Island

Die Lofoten im Winter: Dramatische Landschaften und einzigartige Lichtstimmungen

Auch die Lofoten in Norwegen gehören zu den beeindruckendsten Regionen für Winterfotografie. Die Inselgruppe bietet eine einzigartige Kombination aus schroffen Bergen, tief eingeschnittenen Fjorden und malerischen Fischerdörfern, die sich perfekt in die winterliche Landschaft einfügen.

Besonders spannend ist das ständig wechselnde Wetter: Innerhalb kürzester Zeit entstehen neue Lichtstimmungen, die jede Szene komplett verändern können. Genau diese Dynamik sorgt für außergewöhnliche Fotomomente von sanften Pastelltönen am Morgen bis hin zu dramatischem Licht bei aufziehenden Stürmen.

Von goldenen Spiegelungen bis zu dramatischen Wolken und eisiger Stille — jeder Wetterwechsel erzählt eine neue Geschichte.

Auch für die Polarlichtfotografie sind die Lofoten ein hervorragender Standort. Durch die Nähe zum Meer lassen sich Nordlichter oft mit spektakulären Vordergründen wie Stränden, Bergen oder traditionellen Rorbuer-Hütten kombinieren.


Wenn der Himmel tanzt – magische Polarlichter verwandeln die Lofoten in eine Bühne aus Licht, Stille und arktischer Schönheit.

Meine bewährten Kameraeinstellungen bei Schnee und Eis

Fotografieren bei Schnee und Eis kann herausfordernd sein, da die Kamera durch die hohe Helligkeit schnell zu Unterbelichtung neigt. Das führt oft zu grauen oder farbstichigen Bildern. Auch das Fokussieren wird durch große weiße Flächen erschwert.

Meine bewährten Kameraeinstellungen für Schnee und Eis:

• Belichtung anpassen: Vermeide Unterbelichtung, indem du die Belichtungskorrektur auf etwa +0,7 bis +2,0 einstellst

• Histogramm nutzen: Kontrolliere die Belichtung mit dem Histogramm – die Kurve darf den rechten Rand berühren, sollte dort aber nicht stark ansteigen

• Messmethode wechseln: Wenn die Matrixmessung nicht zuverlässig arbeitet, versuche es mit der Spotmessung

• Gezielt fokussieren: Der Autofokus benötigt Kontraste – wähle daher eine kontrastreiche Stelle wie einen dunklen Felsen, Baum oder Schatten im Schnee

Kamera auf Stativ mit ND-Filter fotografiert verschneite Berge und rote Häuser auf den Lofoten in Norwegen.
Stativ und Filter dürfen beim Fotografieren auf den Lofoten, Norwegen, nicht fehlen

Praxis-Tipp:

Damit du auch bei Kälte alle Einstellungen schnell anpassen kannst, sind Handschuhe mit Touchscreen-Funktion besonders hilfreich. Ich vertraue dabei seit Langem auf das HEAT LAYER SYSTEM von THE HEAT COMPANY: Die Touchscreen - Fingerhandschuhe LINER als erste Schicht sorgen für Fingerspitzengefühl, während zusätzliche Layer, der SHELL Fäustling und der Überziehhandschuh POLAR HOOD je nach Kälte für den nötigen Wärmeschutz sorgen. In Kombination mit Handwärmer bleiben deine Hände auch bei längeren Shootings zuverlässig warm und einsatzbereit.

HEAT LAYER SYSTEM mit Liner, Shell und Polar Hood als flexibles Setup für Fotografie bei Kälte.
Das HEAT LAYER SYSTEM mit Liner, Shell und Polar Hood – dein Fotografie Setup bei jeder Kälte.

Winterlicht meistern: Das Potenzial des flachen Lichts im Norden nutzen

Winterlicht hat einen ganz eigenen Charakter. Die tief stehende Sonne sorgt für weiches, diffuses Licht, das Landschaften eine besondere Tiefe und Atmosphäre verleiht. Gerade im hohen Norden bedeutet das von November bis Anfang März oft viele Stunden mit konstant idealen Lichtbedingungen – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

Ich arbeite gerne mit Lichtakzenten. So plane und achte ich genau darauf, wann die Sonne einen Berg anleuchtet (Spotlight) oder wo genau die Sonne auf- oder untergeht (Gegenlicht). Auch seitlich einfallendes weiches Licht kann ein Motiv oder einen bestimmten Bildbereich besonders schön in Szene setzen.

Bei der Planung sind Smartphone Apps wie PhotoPills of hilfreich. Gleichzeitig zahlt es sich aus, vor Ort flexibel zu bleiben und spontan auf Licht und Wetter zu reagieren – oft entstehen genau dann die besten Bilder.

Die spannendsten Momente beginnen oft schon vor Sonnenaufgang. Das zarte Morgenrosa und die ersten Farben am Himmel bieten beeindruckende Fotomotive. Ebenso lohnt es sich, nach Sonnenuntergang noch zu warten – nicht selten entsteht dann ein intensives Farbenspiel, das viele verpassen.

Kaum irgendwo entfaltet Licht ein derart intensives Farbenspiel wie hier im Norden.

Polarlichter fotografieren: Tipps & Einstellungen

Zur Winterfotografie im hohen Norden gehört auch die Polarlichtfotografie. Gerade in Regionen wie Island oder den Lofoten sind die Bedingungen in den Wintermonaten oft ideal, um Nordlichter zu beobachten und zu fotografieren. Voraussetzung dafür sind eine hohe Polarlichtaktivität, ein möglichst wolkenfreier Himmel und wenig Lichtverschmutzung. Für die Planung helfen Apps wie „Polarlicht“ (kostenlos) oder „Viewfindr“, die dir gute Vorhersagen und Orientierung bieten.

Meine ultimativen Tipps für die Nordlichtfotografie

• Stativ verwenden

• Bildstabilisator ausschalten, Selbstauslöser nutzen

• Lichtstarkes Weitwinkelobjektiv (z. B. 14 mm f/2.8)

• Blende: f/2.8

• Weißabgleich: Auto oder 3500–4500 K

• Fokus auf Lichtquelle (z. B. Stern oder Haus)

• ISO: 800–6400

Belichtungszeit je nach Aktivität:

Schnelle Polarlichter → kurze Zeit (bis ca. 3 Sek.), höherer ISO

Langsame Polarlichter → längere Zeit (bis ca. 20 Sek.), niedrigerer ISO

• Histogramm im Blick behalten, da sich das Auge schnell an Dunkelheit gewöhnt

Grüne Polarlichter über schneebedeckten Bergen und ruhigem Wasser auf den Lofoten bei Nacht
Grüne Polarlichter tanzen über den schroffen Bergen der Lofoten

Die richtige Kleidung für Winterfotografie

Gerade im hohen Norden ist die richtige Kleidung entscheidend, um lange draußen fotografieren zu können. Bewährt hat sich dabei das Zwiebelprinzip: mehrere Schichten, die flexibel an Temperatur und Wetter angepasst werden können.

Als Basis eignen sich hochwertige Materialien wie Merinowolle, die nicht nur wärmt, sondern auch atmungsaktiv ist. Darüber kommen isolierende Schichten wie Fleece oder Wolle sowie eine robuste, wetterfeste Außenschicht. So bleibst du auch bei Wind, Schnee und Feuchtigkeit zuverlässig warm.

Für die Praxis besonders hilfreich sind strapazierfähige Hosen mit Verstärkungen an Knien und Gesäß – ideal, wenn du dich für die perfekte Perspektive hinknien oder sogar hinlegen möchtest. Auch Spikes unter den Schuhen sorgen auf vereisten Flächen für mehr Sicherheit.

• Ein oft unterschätzter Punkt ist der Schutz von Kopf und Gesicht: Eine hochwertige Mütze wie die Merino Beanie aus 100 % feinster Merinowolle hält angenehm warm, kratzt nicht und sitzt auch bei längeren Shootings komfortabel. Gerade bei Merinowolle lohnt es sich, in Qualität zu investieren – der Unterschied ist bei Kälte deutlich spürbar.

• Gegen kalte Füße bei längeren Wartezeiten, lege ich bereits im Quartier Wärmesohlen in meine wasserfesten Schuhe ein.

 Fotograf steht in verschneiter Landschaft auf den Lofoten mit Kamera auf Stativ, roten Fischerhütten und markanten Bergen
Wer warm bleibt, bleibt länger draußen – und fängt die besten Momente ein.

Kalte Finger vermeiden

Das Bedienen der Kamera kann im Winter schnell zur Herausforderung werden, da die Finger bei niedrigen Temperaturen rasch auskühlen und steif werden. Ohne Handschuhe funktioniert die Bedienung zwar anfangs einfacher – bei eisigem Wind dauert es jedoch oft nur wenige Minuten, bis die Finger nicht mehr richtig beweglich sind.

Hier hat sich für mich das HEAT LAYER SYSTEM von THE HEAT COMPANY bewährt. An milderen Wintertagen arbeite ich oft nur mit dem LINER, der ausreichend Schutz bietet und gleichzeitig genügend Fingerspitzengefühl ermöglicht. Wird es deutlich kälter, ziehe ich die weiteren Layer wie den SHELL Fäustling und den Fäustling-Überzieher POLAR HOOD drüber. Mein Favorit bei eisiger Kälte ist der HEAT 3 SMART PRO, ein Fäustling mit fix vernähtem LINER. So bleiben die Hände warm, ohne auf die Bedienbarkeit verzichten zu müssen. Besonders praktisch sind die umklappbaren Fäustling-Laschen, die die Finger schnell frei geben, um die Kamera schnell und unkompliziert bedienen zu können – auch am Display oder Smartphone.

• Für zusätzliche Wärme sorgen Wärmepads, die direkt in den Handschuhen verwendet werden können und den Komfort bei längeren Shootings deutlich erhöhen.

• Praktischer Tipp: Der Multiwärmer eignet sich perfekt, um die Akkulaufzeit zu verlängern – einfach gemeinsam mit den Akkus in der Jackentasche aufbewahren.

Von Objektiven bis zur Ausrüstung – und Handschuhen, die jeden Shot sicher machen.

Winterfotografie ist oft herausfordernd – aber genau das macht sie so besonders. Wer sich auf die Bedingungen einlässt, wird mit einzigartigen Lichtstimmungen und unvergesslichen Momenten belohnt.

Diese Erfahrungen gebe ich seit vielen Jahren als Reiseleiter und Fotocoach in meinen Fotoreisen weiter, bei denen ich Teilnehmende an die besten Locations und Bedingungen im hohen Norden heranführe. Ich wünsche dir viel Freude bei deiner nächsten Winter-Fototour und viele besondere Aufnahmen!

Mehr Eindrücke und Informationen findest du auf meiner Website und auf Instagram:
www.arnoldschaffer.com
arnold.schaffer.fotografie

Zum Autor:

Arnold Schaffer ist ein österreichischer Natur- und Landschaftsfotograf sowie Fototrainer mit Schwerpunkt auf Landschaftsfotografie in seiner Heimat Österreich und Europa. Seit 2013 gibt er sein fotografisches Wissen in Workshops und auf Fotoreisen weiter und führt Teilnehmende zu spektakulären Locations – darunter Island, die Lofoten, Schottland oder die Dolomiten.

Als leidenschaftlicher Reisefotograf ist Arnold viele Wochen im Jahr unterwegs, stets auf der Suche nach besonderen Lichtmomenten und außergewöhnlichen Perspektiven. Seine Arbeit zeichnet sich durch atmosphärische Bildkompositionen und ein feines Gespür für Landschaft und Licht aus. Neben seiner Tätigkeit als Fotograf und Workshopleiter teilt er seine Erfahrung auch in Form von Tutorials, Blogartikeln und Fotobüchern.

Porträt von Arnold Schaffer, Reisefotograf, sitzend auf einem Berg mit alpiner Landschaft im Hintergrund bei warmem Abendlicht
Arnold Schaffer – Reisefotograf und Fototourenleiter, immer auf der Suche nach dem perfekten Lichtmoment.